Fast die Hälfte der Berliner Lehrer ist älter als 50

27. Jul 2020

Daniela von Treuenfels
Fast die Hälfte der Berliner Lehrer ist älter als 50

Im Schuljahr 2019/20 waren die Lehrkräfte an den Schulen der Hauptstadt durchschnittlich 46,9 Jahre jung, der niedrigste Wert seit 20 Jahren. Der Anteil der Berliner Lehrer über 50 Jahre ist im Bundesvergleich trotzdem immer noch sehr hoch.

Im Schuljahr 2015/16 lag das Durchschnittsalter der Berliner Lehrkräfte noch bei 48,4 Jahren, wie die Bildungsverwaltung mitteilt. Vor Beginn des großen Einstellungsbedarfs betrug das Altersmittel in den Schuljahren 2008/09 50,1 Jahre und im Schuljahr 2009/10 sogar 50,3 Jahre.

Im vergangenen Schuljahr waren fast 4 Prozent der Lehrkräfte unter 30 Jahre alt, 46,4 Prozent waren 50 Jahre und älter.

Laut Verwaltung war der Altersdurchschnitt in Spandau mit 45,6 Jahren am geringsten, in Marzahn-Hellersdorf mit 48,2 Jahren am höchsten. Diesen Ost-West-Unterschied zeigt eindrücklich auch eine Länderstatistik, die das Statistische Bundesamt vor kurzem veröffentlichte. Danach waren, wie eine Statista-Grafik anschaulich zeigt, im Schuljahr 2018/19 zwei Drittel aller Lehrer der allgemeinbildenden Schulen in Sachsen-Anhalt über 50 Jahre alt. Berlin lag zwar mit 44,5 Prozent weit nach den östlichen Bundesländern, aber zum bundesweiten Durchschnitt gibt es noch einen Abstand von satten 6,8 Prozentpunkten. Den geringsten Anteil von älteren Lehrern haben mit 26,3% die Schulen im Saarland.

Wer erkennen will, dass die Berliner berufsbildenden Schulen ein massives Nachwuchsproblem haben, muss sich die Zahlen des Bundesamtes näher ansehen. Nur ein Fünftel der Berufsschullehrer ist demnach jünger als 40 Jahre, davon 1,4 Prozent jünger als 30. Über die Hälfte (55,6 %) ist älter als 50.

Solche Details sieht man in der Berliner Bildungsstatistik 2020 vergeblich, dafür gibt es hier ausführliche Zahlen zu den allgemeinbildenden Schulen. Demnach ist vor allem der Anteil der älteren männlichen Lehrkräfte seit 2015 stark zurückgegangen, bei den Frauen weniger stark. Der Anstieg bei den jüngeren männlichen Lehrern ist auch stärker als bei den Lehrerinnen.

Was die Bildungsstatistik außerdem aussagt: Der Trend zu Teilzeit hält an, vor allem Lehrerinnen (die in allen Schulformen in der Mehrzahl sind) haben entschieden, keine volle Stelle haben zu wollen. Insgesamt arbeiten rund ein Drittel aller Lehrer in Teilzeit. Besonders hoch ist ihr Anteil mit 40,3 % an Gymnasien am höchsten (Frauen: 49 %).

Der Anteil der Beamten sinkt. 62,3 % der Berliner Lehrer arbeiten im Angestelltenverhältnis.

Es unterrichten mehr Quereinsteiger, mit 10,1 % ist ihr Anteil an den Grundschulen am höchsten, die Gymnasien haben nur 2 % Mitarbeiter in ihren Reihen, die keine Lehrerausbildung haben. Die Verteilung der Quereinsteiger ist berlinweit höchst unterschiedlich: von Mitte und Neukölln mit rund einem Zehntel bis Steglitz-Zehlendorf mit nur 3,3 %. Die meisten sind zwischen 35 und 44 Jahre alt. An die Grundschulen zieht es vor allem Frauen (72,8%).

Der Lehrerbedarf ist in den nächsten 5 Jahren enorm. 9000 werden in den Ruhestand gehen, dazu werden pro Jahr 300 weitere Lehrer benötigt, weil die Schülerzahlen steigen.

Wer Zeit und Muße hat für 100 Seiten geballte Infos rund um Schulen in Berlin findet beispielsweise Nützliches zu: Unterrichtsausfall (wenig) und Vertretung (viel), Willkommensklassen (reichlich), Ausgaben pro Schüler (voll viel), Ganztag (alle), usw….

www.berlin.de/sen/bildung/schule/bildungsstatistik

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