Newsletter


Empfange HTML?

Kennen Sie schon...

Wohnaccessoires Shop
Dekoideen & Einrichtungstipps für die eigenen vier Wände

Aktualisiert (Montag, den 25. Oktober 2010 um 11:22 Uhr) Geschrieben von: Daniela von Treuenfels

Dem aktuellen Kinofilm haushoch überlegen: Mit „Konferenz der Tiere“ bringt das ATZE Musiktheater seine auch politisch hoch aktuelle Theaterversion auf die Bühne. "Es geht um unsere Zukunft und die Zukunft der Kinder" lautet das Motto der Konferenz der Tiere, die von Elefant Oskar, Löwe Alois und Giraffe Leopatra angesichts der zunehmenden Umweltzerstörung einberufen wird.

Als auch die 87. Konferenz der Staatspräsidenten ohne Ergebnis bleibt, beschließen die Tiere eine Reihe von Aktionen, um die Politiker ein für alle Mal zu zwingen, für eine friedliche, umweltfreundliche und kindgerechte Welt einzutreten. Denn während die versammelten Vierbeiner die Zeichen der Zeit erkennen, lässt sich mit Löwe Oskar über die Zweibeiner nur ein vernichtendes Urteil fällen: „Irren ist menschlich!“

Der Roman von Erich Kästner von 1949 hat sich zu einem Kinderbuch-Klassiker entwickelt, weil ihm das Kunststück gelingt, Kinder mit einer satirischen, fantasievollen Parabel für die zentralen Probleme auf unserer Erde zu sensibilisieren. Aber der große Moralist unter den deutschen Autoren wendet sich auch an die Erwachsenen. In seiner „Ansprache zum Schulbeginn“ mahnte der damals 50-jährige Kästner mit Nachdruck: „Lasst euch die Kindheit nicht austreiben! Die meisten Menschen legen ihre Kindheit ab wie einen alten Hut. Sie vergessen sie wie eine Telefonnummer, die nicht mehr gilt. Früher waren sie Kinder, dann wurden sie Erwachsene, aber was sind sie nun? Nur wer erwachsen wird und Kind bleibt, ist ein Mensch.“

Wir empfehlen: unbedingt ansehen!

Aktuelle Themen wie kriegerische Auseinandersetzungen, Umweltzerstörung und Klimawandel anzusprechen, die Ängste, Träume und Zukunftsvorstellungen von Kindern und Eltern in den Blickpunkt zu rücken und das alles in eine ebenso spannende wie humorvolle Inszenierung zu packen, ist das Verdienst dieser Premierenproduktion. Vier Musiker und acht Schauspieler in vierzig Rollen agieren unter der Leitung von Regisseur Matthias Witting mit großer Spielfreude. Wenn Lala, die divenhafte Eule, einen Reim an den anderen reiht oder Jumpy, das zerstreute Känguruh, mal wieder in seinen vielen Taschen wühlt, macht sich im Publikum garantiert gute Laune breit. In der Figur von General Zornmüller, der als liebevoller Vater aber auch als Vertreter der Staatsmacht portraitiert wird, zeigt sich dagegen das leidvoll bekannte Politikergebaren in all seiner Phrasenhaftigkeit. Ganz anders die Tiere, deren zupackendes Auftreten sich im zentralen Song der Inszenierung mit dem Titel „Springen“ offenbart. Im Gewand eines Rocksongs heißt es hier: „Steht ein Hindernis im Weg / so dass nichts mehr weitergeht / hilft kein Zaudern, hilft kein Klagen / kein Gerede und kein Tagen / Hilft nur springen / hilft nur springen.“

Das Produktionsteam um Eva Blum, Thomas Sutter und Matthias Witting würzt die Inszenierung mit einer ganzen Reihe kreativer Regie-Einfälle. Vor allem die musikalischen Nachrichten- Telegramme, die von den jeweiligen Konferenzen berichten, sind mit dramaturgischem Geschick und choreographischem Können gestaltet. Zusätzlichen Schwung bringt die Live-Musik in Rockband-Besetzung mit Keyboards, E-Gitarre, Schlagzeug und Bass. Wie schon bei der „Momo“- Inszenierung sorgt Thomas Lotz als musikalischer Leiter für den richtigen Ton.

Das begeisterte Publikum fordert: Zugabe!

Das Ganze ist so fetzig, dass am Ende die Zuschauer mehr wollen. Nachdem das Premierenpublikum die Schauspieler noch verschont hatte, forderten bei der zweiten Vorstellung vor allem die Kleinen auf den Rängen erfolgreich eine Zugabe ein. Das Ensemble musste improvisieren, wer rechnet denn auch mit so etwas?
Wir könnten jetzt etwas verschwurbelt von "Ronja Räubertochter" erzählen, die uns im Atze berührt hat, oder respektvoll von der preisgekrönten Aufführung von "Bach - Leben eines Musikers" berichten und dabei elaboriert über Qualität im Kindertheater nachdenken. Wir empfehlen statt dessen: Hingehen! Die "Konferenz der Tiere" macht richtig Spaß.

Für Schulklassen bieten die begleitenden theaterpädagogischen Angebote eine Fülle interessanter Aspekte. Selbstverständlich werden Fragen wie Umweltschutz und Klimawandel thematisiert, aber auch Ängste, Träume und Zukunftsvorstellungen von Kindern in den Blickpunkt gerückt. Eine spannende Frage für die etwas Älteren dürfte die Beschäftigung mit der Produktion von Nachrichten und der Macht der Medien sein.

Konferenz der Tiere
Nach dem Roman von Erich Kästner. Musiktheater-Inszenierung für alle ab 7.

Termine 2010:

Oktober
Sa     23.10.     18:00 Uhr       Premiere
So     24.10.     16:00 Uhr
Mo     25.10.     10:30 Uhr
Di     26.10.     10:30 Uhr

November
Mi     03.11.     10:30 Uhr
Do     04.11.     10:30 Uhr
Fr     05.11.     10:30 Uhr
Sa     06.11.     16:00 Uhr
So     21.11.     16:00 Uhr
Mo     22.11.     10:30 Uhr
Di     23.11.     10:30 Uhr

Dezember
So     19.12.     16:00 Uhr
Mo     20.12.     10:30 Uhr
Di     21.12.     10:30 Uhr
Mi     22.12.     10:30 Uhr
So     26.12.     16:00 Uhr     
Mo     27.12.     16:00 Uhr
Di     28.12.     16:00 Uhr     
Mi     29.12.     16:00 Uhr

Eintrittspreise:
12,00 Euro p.P.
10,00 Euro p.P. ab 3 Personen
09,00 Euro p.P. ab 5 Personen

5,50 Euro p.P.
mit Gutschein vom JugendKulturService oder Theater der Schulen

www.atzeberlin.de