Eine Initiative zur Reduzierung der Mehrwertsteuer ist gestartet. Ihre Forderung: Der reduzierte Mehrwertsteuersatz von 7 Prozent muss auch für Kinderprodukte und Dienstleistungen für Kinder gelten! Auf diese Weise sollen Familien finanziell entlastet werden. Anlass der Kampagne ist die von der Bundesregierung geplante Reform der Mehrwertsteuer.

© 7 % für KinderHummer 7 % Mehrwertsteuer - Schnuller 19 % Mehrwertsteuer

Eine Regierungskommission soll im Laufe dieses Jahres Vorschläge für die Reform erarbeiten. Die Bündnispartner der Initiative „7 % für Kinder“ haben die passenden Argumente parat: „Es kann nicht sein, dass wir den Kauf teurer Gemälde steuerlich begünstigen, aber wenn Kinder mit Buntstiften malen, tun wir das nicht“, sagt die Fernsehmoderatorin und Botschafterin des Deutschen Kinderhilfswerkes, Enie van de Meiklokjes. „Den Kauf von Kinderkleidung oder Schulheften müssen wir in gleicher Weise unterstützen. Gerade Eltern die wenig haben, sollten nicht an solchen Dingen sparen müssen.“

Der Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft der deutschen Familienorganisationen (AGF), Sven Iversen, legt nach: „Der reduzierte Mehrwertsteuersatz für Kinderprodukte wäre ein starkes Zeichen für zukunftsorientierte Familienpolitik und ein klares Bekenntnis zur Familie.“ Und Bettina Peetz, Geschäftsleiterin bei JAKO-O ergänzt: „Familien leisten einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung unserer Gesellschaft, denn ihre Kinder gestalten unsere Zukunft. Das gute und gesunde Aufwachsen aller Kinder ist deshalb eine Aufgabe für die gesamte Gesellschaft.“

„Kinderkleidung und -schuhe, Windeln, Kinderautositze, Schulessen – all dies wird noch immer mit 19 Prozent besteuert. Die Politik hat es über Jahre versäumt, die Bedürfnisse von Kindern ernst zu nehmen. Das muss sich jetzt ändern!“, kritisiert Iversen. „Viele Branchen und Produkte werden durch den reduzierten Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent unterstützt – Familien nicht.“ So gilt der reduzierte Mehrwertsteuersatz von 7 Prozent beispielsweise bei Hundefutter, Fahrten mit dem Sessellift, bei Hotelübernachtungen, für Blumen, Hummer, Pralinen und Popcorn im Kino.

Bundesregierung nutzt Gestaltungsspielraum nicht

Im Gegensatz zu anderen Ländern nutzt Deutschland die von der EU ermöglichten Gestaltungsspielräume bei der Besteuerung nicht um familienfreundliche Änderungen vorzunehmen. So könnte die Mehrwertsteuer auf Kinderautositze, Schulessen sowie für die private Kinderbetreuung zu Hause problemlos gesenkt werden. Andere EU-Länder machen es vor: Während in Irland und England auf Kinderbekleidung und Kinderschuhe gar keine Mehrwertsteuer bezahlt wird, werden Kinderbekleidung und -schuhe in Luxemburg mit nur 3 Prozent besteuert.

Unterschriftenliste online

Auf ihrer Webseite ruft die Initiative auf, die Kampagne per Online-Unterschrift zu unterstützen. Hier geht es zur Unterschriftenliste: www.7fuerkinder.de/home/unterschriften.html

Gemeinsam mit anderen Verbänden, Organisationen und Einrichtungen aus Gesellschaft und Wirtschaft haben sich AGF und JAKO-O zum Bündnis „7 % für Kinder“ zusammengeschlossen. Mit einer öffentlichen Kampagne und politischer Lobbyarbeit setzen sich die Bündnispartner für die Verbesserung der Rahmenbedingungen für Familien in Deutschland ein.

Weitere Informationen über „7 % für Kinder“ unter www.7fuerkinder.de

{metatitle:7 % für Kinder Mehrwertsteuer runter für alle Kinderprodukte | berlin-familie.de}