Deutsche Heldensagen ganz speziell für Jugendliche neu erzählt. Humorvoll und deftig-derb, für alle ab 16 Jahren.

Als Mnner noch nicht in Betten starbenBei einer Unterhaltung über Fantasyliteratur versuchte der Autor Stefan Schwarz seinem Neffen die Deutsche Heldensagen ans Herz zu legen. Als der Neffe diese dann als antiquiert abtat, las Stefan Schwarz die Sagen nochmal mit den Augen eines jungen Menschen und verstand sofort. Deshalb begann er, die Sagen neu zu erzählen. 

Der Autor schafft es, mit einem Augenzwinkern die Helden von ihrem Podest zu holen und gleichzeitig unsere Bildungslücken zu schließen. Bei seiner Nachdichtung in junger, frischer Sprache wird Wieland, der Schmied, zu einem Wirtschaftsflüchtling in frühen Zeiten des Fachkräftemangels , der Königinnenstreit zu Worms zu einem Zickenkrieg. Stefan Schwarz erzählt experimentierfreudig und mit unnachahmlichem Humor. In diesem Buch geht es teilweise deftig und derb zu. Was in den klassischen Sagen weggeschönt wurde, wird hier wieder dazugedichtet. Dass das Buch nicht ganz jugendfrei ist, gibt ihm vielleicht einen besonderen Reiz.

Die Gestaltung des Buches ist klassisch: Jeder Sage ist, ähnlich einer Initiale in einer alten Geschichtensammlung, eine kleine Illustration vorangestellt und zwischendurch lockern weitere Illustrationen den Text auf. Es ist hilfreich, dass im Anhang wichtige Personen und Begriffe erklärt werden. Die deutschen Heldensagen gehören zu unserem Bildungsgut. Dieses Buch hilft uns, uns auf humorvolle Art zu erinnern und ermöglicht jüngeren Lesern einen ersten Zugang.

Als Männer noch nicht in Betten starben

Stefan Schwarz
(mit Illustrationen von Tanja Székessy)
Rowohlt Verlag
978-3-7371-0035-9 
20,00 €
ab 16

Unsere Buchtipps sind Empfehlungen der Buchhandlung Schwericke in Lichterfelde. Der Laden liegt direkt am S-Bahnhof Botanischer Garten. Natascha, im Team verantwortlich für den Bereich Kinder- und Jugendbuch, stellt an dieser Stelle jede Woche eine Neuerscheinung oder einen gut abgelagerten „Mustread“ vor.

 

Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit (Karl Valentin)

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