Anbieter von Kinderspielportalen missachten häufig das gesetzlich vorgeschriebene Schutzbedürfnis von Kindern. Die junge Zielgruppe wird umworben, was das Zeug hält. Zudem werden, meist mit Online-Gewinnspielen, umfängliche Daten gesammelt.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung von über 50 Kinderspielseiten des Projekts "Verbraucherrechte in der digitalen Welt", die der Verbraucherzentrale Bundesverband im Oktober präsentierte. In 17 Fällen geht das Projekt gegen die Unternehmen vor und hat Unterlassungsverfahren eingeleitet.

Ein umfassendes und kostenloses Internetangebot für Kinder wird zunehmend über Werbung finanziert, die die Kinder aber oft nicht als solche erkennen. Mal kommt sie in spielerischer Aufmachung daher, mal lässt sich Werbung nicht einfach wegklicken, in anderen Fällen verlinkt Werbung gar auf Gewalt- und Kriegsspiele.

"Die besondere Schutzbedürftigkeit von Kindern wird von vielen Anbietern nicht ausreichend beachtet", kritisiert Projektleiterin Carola Elbrecht. Besonders negativ aufgefallen ist den Projektmitarbeiterinnen die umfängliche Datenerhebung bei Kindern, die an Online-Gewinnspielen teilnehmen. Eine über die E-Mail-Adresse hinausgehende Datenabfrage bei Kindern läuft dem im Datenschutzrecht gesetzlich verankerten Grundsatz der Datenvermeidung und Datensparsamkeit zuwider. Daran halten sich die wenigsten Anbieter.

Weil wissenschaftliche Grundlagen bilslang fehlen, ist umstritten, ab welchem Alter und in welchem Umfang Kinder in der Lage sind zu beurteilen, was es bedeutet, in die Erhebung und Verwendung ihrer Daten einzuwilligen.

Mehr Informationen gibt es hier: :
Forderungspapier: Kinderspielseiten im Internet - kein rechtsfreier Raum
www.vzbv.de/kinderspielportale_forderungen_
Hintergrundpapier: Kinderspielportale im Internet - Eine Untersuchung des Projekts "Verbraucherrechte in der digitalen Welt"
www.vzbv.de/kinderspielportale_hintergrundpapier_

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