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Aktualisiert (Mittwoch, den 01. Juni 2011 um 12:18 Uhr) Geschrieben von: Daniela von Treuenfels
Das Internet fördert die sozialen Aktivitäten von Kindern und Jugendlichen. Dies ist das Ergebnis einer Studie des ifo Instituts München. Damit widersprechen die Forscher dem Mythos, dass das Internet die Menschen sozial vereinsamt und damit letztlich die Grundlagen unserer Gesellschaft erodiert.
„Es gibt keinerlei Anzeichen dafür, dass das Internet einsam macht“, sagt Prof. Ludger Wößmann, Bereichsleiter Humankapital und Innovation am ifo Institut. Im Gegenteil, zusammen mit den ifo-Wissenschaftlern Stefan Bauernschuster und Oliver Falck zeigt Wößmann in der neuen Studie, dass schnelles Internet zu Hause die sozialen Aktivitäten von Kindern und Jugendlichen im Durchschnitt positiv beeinflusst. Sie gehen häufiger Gruppenaktivitäten außerhalb der Schule nach wie z. B. dem Besuch von Sportvereinen, Musik- oder Gesangsunterricht oder Jugendgruppen. Auch die Beteiligung an verschiedenen AGs in der Schule nimmt nicht ab.
Dieses Ergebnis dürfte selbst Internetkritiker und Kulturpessimisten positiv stimmen, deren vielleicht größte Angst es ist, dass die Generation Facebook nur noch freu(n)dlos vor dem Computer hockt. Zwar zeigen zahlreiche Studien, dass die Computer- und Internetnutzung kaum positive Effekte auf die schulischen Leistungen von Kindern und Jugendlichen hat, doch belebt sie offenbar die vielfältigen außerschulischen Aktivitäten der Kinder und Jugendlichen in positiver Weise. Damit reagieren Kinder und Jugendliche ebenso wie Erwachsene, bei denen sich ebenfalls keinerlei negative Effekte des Internets auf die soziale Partizipation zeigen, von informeller Interaktion über den Besuch von Freunden bis hin zu ehrenamtlichem und politischem Engagement. Im Ergebnis nimmt das Maß der informellen sozialen Interaktion mit dem Internet sogar signifikant zu: Menschen mit schnellem Internetanschluss gehen beispielsweise häufiger ins Theater, in die Oper, ins Kino oder ins Konzert.
Wie lässt sich der positive Effekt des Internets auf das Ausmaß der sozialen Aktivitäten von Jugendlichen und Erwachsenen erklären? Wir verbringen vielfach mehrere Stunden täglich im Internet oder mit Fernsehen. Doch während beim Fernsehen einseitige passive Unterhaltung dominiert, wird das Internet offensichtlich vor allem interaktiv genutzt. Mit Hilfe des Internets ist es viel einfacher, den Kontakt mit anderen Menschen aufrechtzuerhalten und sich in der realen Welt zu verabreden. Darüber hinaus hält das Internet vielfältige Informationen über Freizeit- und Kulturangebote sowie über (lokale) Politik und ehrenamtliches Engagement bereit. „Offensichtlich dominiert die Informations- und Kommunikationsfunktion des Internets seine passive Unterhaltungsfunktion. Deshalb finden wir tendenziell positive Effekte des Internets auf die sozialen Aktivitäten von Jugendlichen und Erwachsenen“, sagt Wößmann.
In ihrer Untersuchung verwenden die ifo-Forscher Daten über die Verfügbarkeit eines DSL-Zugangs im Haushalt und das soziale Verhalten von ca. 18.000 Erwachsenen sowie 2.500 Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen 7 und 16 Jahren im Sozio-oekonomischen Panel (SOEP). In deutschlandweiten Berechnungen haben die Wissenschaftler das Maß der sozialen Partizipation herausgerechnet, das die einzelnen Erwachsenen schon vor Ausbreitung von Breitbandanschlüssen aufwiesen.
zur Studie (engl.)
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