Am 15. Oktober ist Welthändewaschtag. Eine aktuelle Studie dokumentiert Wissenslücken zum Thema Händewaschen. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung bietet Informationen und praktische Tipps.

Manche Regeln gehen wie ein Taschentuch verloren. Selbstverständlichkeiten, von denen eigentlich alle wissen, dass sie ungeheuer hilfreich sind und das Leben besser machen. Nachlässigkeiten schleichen sich ein, und irgendwann erinnert sich kaum einer daran: Vor dem Essen Hände waschen – was für die Großeltern noch Pflicht war, ist heutzutage Kür. Ansteckende Krankheiten lassen sich dank moderner Medizin heilen, Sprays und Pillen lindern lästige Erkältungen.

Dass es nach wie vor wichtig ist, sich vor Infektionen zu schützen und es dazu nicht viel mehr braucht als ein wenig Disziplin und die Kenntnis einiger Gebote, das hat sich die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf die Fahnen geschrieben. Pünktlich zum „Welthändewaschtag“ am 15. Oktober, zur besten Erkältungszeit und den ersten Grippefällen, stellt die Behörde eine neue Studie vor uns erinnert an die goldenen Handwaschregeln.

Die Ergebnisse der Studie vom Oktober 2018 zeigen Wissenslücken, was das Händewaschen in Alltagssituationen betrifft. So gaben zwar 96 Prozent der Befragten an, sich nach dem Besuch der Toilette immer oder fast immer die Hände zu waschen. Lediglich die Hälfte der Befragten wäscht hingegen die Hände, wenn sie von draußen nach Hause kommt oder wenn sie Tiere gestreichelt hat. Den Verzicht auf das Händewaschen nach dem Heimkommen begründeten 75 Prozent der Befragten mit fehlender Notwendigkeit und 72 Prozent gaben diesen Grund beim Berühren von Tieren an.

Dr. med. Heidrun Thaiss, Leiterin der BZgA, erklärt: "Die Hände sind potentielle Überträger von Krankheitserregern. Gründliches Händewaschen kann die Übertragungskette leicht unterbrechen und damit das Infektionsrisiko deutlich verringern. Hände regelmäßig und gründlich zu waschen, schützt deshalb vor ansteckenden Krankheiten. Erfreulich ist, dass der Anteil derjenigen, die beim Einseifen der Hände die empfohlene Dauer von mindestens 20 Sekunden einhalten, in den vergangenen drei Jahren von 38 auf 51 Prozent gestiegen ist."

Die Ergebnisse der Befragung zeigen, dass der Kenntnisstand in der Bevölkerung zum Infektionsschutz durch Hygiene zwar generell gewachsen ist, jedoch zu einzelnen Themen nach wie vor deutliche Wissenslücken bestehen. Hierzu zählen u.a. die Kenntnis über die empfohlene Dauer des Händewaschens, die Kenntnis der entsprechenden Anlässe für das Händewaschen, das Wissen über das „richtige“ Niesen und Husten, sowie die Wirksamkeit von Antibiotika.

Die sieben Situationen, in denen Händewaschen besonders wichtig ist:

♦ nach dem Nachhausekommen
♦ vor und während der Zubereitung von Speisen
♦ vor den Mahlzeiten
♦ nach dem Besuch der Toilette
♦ nach dem Naseputzen und Husten oder Niesen in die Hand
♦ vor und nach dem Kontakt mit Erkrankten
♦ nach dem Kontakt mit Tieren

Den Internationalen Hände-Waschtag gibt es seit 2008. Er wurde von der Weltgesundheitsorganisation WHO ins Leben gerufen. Ziel ist, die Verbreitung von Krankheiten zu verhindern. Der größte Teil der Ansteckungen erfolgt über die Hände.

Tipps zum richtigen Händewaschen gibt es hier: www.infektionsschutz.de/haendewaschen

 

Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit (Karl Valentin)

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