Jedes Jahr Ende September: Mit ihren legendären Trompetenrufen fliegen Tausende von Kranichen zu ihren Rastplätzen in Brandenburg, um sich auf ihren langen Weiterflug gen Süden vorzubereiten.

Kraniche Schlabendorfer See Foto Ralf Donat Heinz Sielmann StiftungFoto: Ralf Donat | Heinz Sielmann StiftungBesonders viele Vögel können in Linum im Ruppiner Seenland, in der Bergbau-Folgelandschaft der Luckauer Region sowie im Nationalpark Unteres Odertal im Seenland Oder-Spree beobachtet werden. Neben Kranichen finden in Brandenburg auch Wildgänse ideale Rastplätze.

Dass ausgerechnet hierzulande sich die Zugvögel so wohlfühlen, hängt mit den zahlreichen flachen Gewässer in Brandenburg zusammen, die ideale Rastplätze für die Tiere sind. Wer dieses Naturschauspiel einmal hautnah erleben möchte, findet in der Region einige Orte, die Veranstaltungen, Feste, Kanu- und Radtouren und vieles mehr anbieten.

Natur-Erlebniszentrum Wanninchen (Spreewald)

Tausende Kraniche und Gänse rasten auf ihrer Reise Richtung Süden in der Luckauer Region. Die Bergbau-Folgelandschaft um den Ort Görlsdorf bietet dabei mit seinen ausgedehnten flachen Gewässern wie dem Schlabendorfer See hervorragende Plätze für Kraniche zum Übernachten, so dass sich hier in den vergangenen Jahren der bedeutendste Kranich-Schlafplatz im Süden von Brandenburg entwickelt hat. Dort wo einst die Braunkohle abgebaut wurde, ist inzwischen eine reizvolle Landschaft mit Wäldern, Seen und Dünen entstanden, so dass neben Kranichen auch Uferschwalben, Wiedehopf und viele weitere seltene Arten neuen Lebensraum gefunden haben. Vom Aussichtsturm am Heinz-Sielmann-Natur-Erlebniszentrums lässt sich das Spektakel der großen, grau gefiederten Zugvögel besonders gut beobachten.
www.sielmann-stiftung.de/wanninchen
www.wanninchen-online.de

NABU-Naturschutzzentrum Storchenschmiede Linum (Ruppiner Seenland)

Auch den kleinen Ort Linum im Ruppiner Seenland fliegen Kraniche gerne an. Jährlich rasten hier in den Teichgebieten zehntausende der grau gefiederten Vögel, bevor sie sich in wärmere Gefilde aufmachen. Es handelt sich dabei um einen der größten Kranichrastplätze Europas. Mehr als 80.000 Vögel wurden an manchen Tagen schon gezählt. Die flachen Teiche dort und die angrenzenden nassen Wiesen wirken besonders anziehend auf Kraniche, weil sie dort genügend Nahrung finden. Die Storchenschmiede Linum bietet jeden Herbst zahlreiche Exkursionen und Veranstaltungen zum morgendlichen und abendlichen Einflug dieser faszinierenden Vögel an.
berlin.nabu.de/storchenschmiede-linum

Nationalpark Unteres Odertal (Uckermark)

Das Untere Odertal ist ein weiteres Paradies für Wasservögel als Brut-, Rast- und Überwinterungsplatz. In der Flussaue der Oder rasten jeden Herbst neben Enten, Gänsen und Schwänen ebenso bis zu 15.000 Kraniche. Die urwüchsige Flussauenlandschaft zwischen dem westlichen Ufer auf deutscher Seite und dem östlichen Ufer auf polnischer Seite bietet ideale Voraussetzungen zum Übernachten der Vögel. Alle Jahre wieder, wenn der Herbst naht, ziehen in den frühen Abendstunden tausende Kraniche über den Deich bei Gartz (Oder). Den Tag über haben sie auf den Feldern nach Nahrung gesucht, speziell auf den abgeernteten Feldern der Umgebung. Danach haben sie nur ein Ziel: einen gut geschützten Schlafplatz in den unzugänglichen Poldergewässern finden.
www.nationalpark-unteres-odertal.eu

Rambower Moor (Prignitz)

Wer das Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe besucht, erlebt eine der letzten naturnahen Flusslandschaften Mitteleuropas: Mit dem natürlichen Wechsel von Hoch- und Niedrigwasser ändert der Fluss übers Jahr immer wieder sein Aussehen. Das ganze Jahr über nutzen Kraniche die weiten und überschwemmten Flächen der Elbe als Rast- und Nahrungsplatz. Besonders viele sind es jedoch von Oktober bis November. Dann sammeln sie sich an bestimmten Plätzen, wie dem Rambower Moor, um später gemeinsam in ihre Überwinterungsgebiete zu ziehen. Im Zentrum des Moores liegt der von einer breiten Schilfzone umgebene Rambower See. Das meist flache Gewässer wird im Spätherbst und im Frühjahr von etwa 3.000 Kranichen als Schlafplatz genutzt. Kurz vor Sonnenuntergang sind die Kraniche während des Einfluges besonders gut zu beobachten.
www.burg-lenzen.de

Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit (Karl Valentin)

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