Ab dem Schuljahr 2011/12 können Schulen für die Oberstufe den Ergänzungskurs „Studium und Beruf“ anbieten, in dem sich die Schüler besser auf die nachschulische Zeit vorbereiten können.

Ziel ist laut Bildungsverwaltung, Abiturienten bei der Studien- und Berufswahl zu unterstützen. Das projektorientierte Lernkonzept lehnt sich an das neue Fach Wirtschaft-Arbeit-Technik (WAT) an, wurde mitgeteilt. Dabei stehe die Verzahnung von Schulen mit Universitäten und Wirtschaft im Mittelpunkt.

Im Rahmen des Ergänzungskurses sind vier Module zur Bildungs- und Berufswegplanung, zur Bewerbungsplanung, zur Information und Kommunikation und zur Wissenschaftspropädeutik verbindlich. Der Ergänzungskurs besteht aus schulischen und außerschulischen Anteilen. Für die außerschulischen Bereiche, die als Praktika an Hochschulen oder in Betrieben absolviert werden können, steht bis zu einem Drittel der Kurszeit zur Verfügung.

Der Schwerpunkt des Ergänzungskurses liegt in der selbstständigen Projektausarbeitung, in der die Schülerinnen und Schüler Fragen zur Studien- und Berufsfindung entwickeln. Anstatt einer Klausur wird der Kurs durch das Anfertigen einer so genannten Portfolio-Arbeit geprüft. Darin berichten Schülerinnen und Schüler über ihre Besuche an Universitäten oder in Unternehmen, stellen ihre Projekte vor und dokumentieren ihre Lernprozesse.
Die Hochschulen in Berlin prüfen, wie sie die im Ergänzungskurs „Studium und Beruf“ erbrachten Leistungen bei der Hochschulzulassung anrechnen können. Angesichts des Abitur-Doppeljahrgangs 2012 ist dieses von besonderer Bedeutung. Entsprechende Gespräche der Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung mit den Hochschulen laufen bereits.

Das neue Lernkonzept befindet sich in der Anhörungsphase und ist unter www.berlin.de/sen/bildung/unterricht/lehrplaene online gestellt. Zu der Textvorlage existieren Rückmeldebögen, auf denen Schulen Verbesserungsvorschläge für die Kursgestaltung und ihren Fortbildungsbedarf mitteilen können. Ebenso können Universitäten, Fachhochschulen, Unternehmen, Verbände, Kammern, Gewerkschaften und schulische Gremien die Rückmeldebögen nutzen, um ihre Angebote zur Unterstützung der Schulen zu erläutern. Bei der Fertigstellung des Lehrplans werden die eingegangenen Rückmeldungen entsprechend berücksichtigt. Die Anhörungsfrist endet am 18. März 2011.

{metatitle:Neuer Kurs für die gymnasiale Oberstufe: „Studium und Beruf“ | berlin-familie.de}