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Aktualisiert (Dienstag, den 14. September 2010 um 09:12 Uhr) Geschrieben von: Daniela von Treuenfels

In Deutschland lässt sich die Wahrscheinlichkeit, ob ein Kind studieren wird, am Bildungsstand der Eltern ablesen. Laut der aktuellen Sozialstudie des deutschen Studentenwerks nehmen von 100 Akademikerkindern 83 ein Hochschulstudium auf. Dagegen studieren von 100 Kindern nicht-akademischer Herkunft lediglich 23, obwohl doppelt so viele die Hochschulreife erreichen. Die Onlineplattform ArbeiterKind.de will Ängste nehmen und Informationsdefizite abbauen.

Die hohe finanzielle Belastung ist nur einer von vielen Gründen, die Abiturienten, deren Eltern nicht studiert haben, häufig von einem Studium abhalten. Wer selbst aus einer nicht-akademischen Familie stammt und trotzdem studiert hat, weiß, dass die eigentliche Benachteiligung in einem großen Informationsdefizit besteht. Die Internetseite ArbeiterKind.de zielt darauf ab, dieses Informationsdefizit zu beheben und Schüler aus nicht-akademischen Herkunftsfamilienzur Aufnahme eines Hochschulstudiums zu ermutigen.

Auf ArbeiterKind.de können sich die Schüler über die Vorteile eines Studiums und die Berufsperspektiven für Akademiker informieren. Außerdem werden verschiedene Möglichkeiten aufgezeigt, wie sich ein Studium finanzieren lässt. Neben dem BAföG werden auch Studierende nicht akademischer Herkunft vorgestellt, die sich erfolgreich um Stipendien bei staatlichen und privaten Stiftungen beworben haben. Um die Schüler auch nach Ihrer Entscheidung für ein Studium als Studierende zu unterstützen, bietet die soziale Initiative ArbeiterKind.de darüber hinaus hilfreiche Informationen darüber, wie man wissenschaftlich arbeitet, im Ausland studierenkann, sich um Praktika bewirbt und schließlich erfolgreich das Examen meistert. 

Innerhalb von zwei Jahren haben sich 1.500 ehrenamtliche Mentoren an 70 Standorten ArbeiterKind.de angeschlossen. Nach dem Vorbild des Gießener Modellprojekts besuchen ehrenamtliche Mentoren bundesweit Oberstufen an Gymnasien und Gesamtschulen, Fachober- und Abend- sowie Berufsschulen, um interessierte Jugendliche und junge Erwachsene für ein Studium zu motivieren und zu unterstützen. Nun wird das Engagement auf die neuen Integrierten Sekundarschulen
ausgeweitet.

Interessenten können Mitglied im ArbeiterKind.de-Netzwerk (http://www.arbeiterkind.opennetworx.org/) werden oder eine E-Mail schreiben an:
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www.arbeiterkind.de