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Aktualisiert (Donnerstag, den 22. Juli 2010 um 16:09 Uhr) Geschrieben von: Daniela von Treuenfels

Der demographische Wandel führt, unter anderem, zu einem Mangel an Ingenieuren. Folge: unbesetzte Stellen und Wettbewerbsnachteile. Wissenschaft und Politik machen aus der Not eine Tugend – ihr Name: Roberta.

Mit Roberta können Schüler „Spuren suchen“ oder „Hindernisse vermeiden“. Ziel der Roberta-Initiative ist es, das Interesse inbesondere von Mädchen aber auch von Jungen für Informatik, Technik und Naturwissenschaften nachhaltig zu wecken. Roboterkurse bilden die Grundlage der Roberta-Initiative. Mit speziellem gendergerechtem Lehr- und Lernmaterialien und einem Schulungskonzept wurde in den vergangenen Jahren ein nachhaltiges Bildungsangebot etabliert. Regionale RobertaRegioZentren und zertifizierte Roberta-Kursleitungen bilden mittlerweile ein europäisches Netzwerk für den Erfahrungsaustausch und die Weiterentwicklung von Roberta.

Roberta wurde 2002 vom Fraunhofer IAIS initiiert und bis 2006 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung BMBF gefördert. Im vergangenen Jahr hat das Roberta-Netzwerk mehr als 5000 Kinder und Jugendliche in über 300 Roberta-Kursen für Technik- und Naturwissenschaften begeistern können. Das Fraunhofer IAIS konzipiert und entwickelt u. a. Roboterbaukastensysteme sowie zielgruppenspezifisches Didaktikmaterial. Das Ziel: Freude und Interesse an technischen Disziplinen schon im frühen Schulalter zu wecken und bis zum Abschluss einer technischen Berufsausbildung oder Studium zu begleiten. Schülerinnen und Schüler werden bereits ab 10 Jahren in die faszinierende Welt der mobilen Roboter entführt.

Von 2005 bis Ende 2008 wurde mit Hilfe des von der EU geförderten Projekts »Roberta-Goes-EU« das Roberta-Konzept auf weitere EU-Länder ausgeweitet. Inzwischen besteht ein europäisches Netzwerk von Roberta-RegioZentren, das die grenzübergreifende Zusammenarbeit länderspezifischer Bildungseinrichtungen unterstützt. RobertaRegioZentren gibt es heute (Stand April 2010) in den Ländern Schweiz, Österreich, Italien, Schweden und England. Die RobertaRegioZentren in Berlin und Brandenburg: Freie Universität Berlin, Humboldt-Universität zu Berlin, Technische Universität Berlin, Hochschule Lausitz und Otto von Guericke-Universität Magdeburg.

Der Grund für den für die Schulen erfreulichen Aufwand: In Deutschland mangelt es an Ingenieuren und Ingenieurinnen. Laut Studien des Deutschen Verbandes der Ingenieure (VDI) und des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln, spiegelt sich der Mangel an Ingenieurinnen und Ingenieuren in der Anzahl unbesetzter Stellen wieder. Die Anzahl offener Stellen erhöhte sich demnach von 47000 (April 2007) auf 64000 (April 2009).

Dieser Mangel führt mittelfristig zu Wettbewerbsnachteilen. Wichtige Innovationsprozesse geraten ins Stocken. Eine wesentliche Ursache liegt laut einer aktuellen Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft darin, dass im internationalen Vergleich in Deutschland zu wenige Menschen an naturwissenschaftlich-technische und insbesondere ingenieurwissenschaftliche Studiengänge herangeführt werden. Eine besonders exotische Spezies sind Ingenieurinnen. Nur knapp 21 Prozent beträgt ihr Anteil während des Studiums (Stand 2007). Das Interesse für technische Fächer und Berufe ist bei Mädchen wesentlich geringer als bei Jungen. Das Fraunhofer IAIS wirkt diesem Nachwuchsmangel in technischen Berufen entgegen, indem es u. a. mit Roberta Begeisterung für Naturwissenschaft, Mathematik und Technik schon im Schulalter fördert.

Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse und Informationssysteme IAIS
Prof. Dr. Stefan Wrobel, Schloss Birlinghoven, 53754 Sankt Augustin
Dr. Ansgar Bredenfeld, Thorsten Leimbach
Telefon 02241 14-2404, Fax 02241 14-4-2404
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
www.roberta-home.de
www.roberta-home.eu
www.iais.fraunhofer.de

Aktuelle Informationen gibt es auch hier:
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