Ein Wissenschaftler der Humboldt-Uni hat im vergangenen Semester eine Vorlesungsreihe für Schülerinnen und Schüler von #FridaysForFuture ins Leben gerufen, die jetzt fortgeführt wird. Junge Leute und andere Interessierte haben im Oktober und November die Möglichkeit, Erkenntnisse der Klimaforschung aus erster Hand zu erfahren.

Wie funktioniert eigentlich globale Klimapolitik? Welche Rolle spielen Verhaltensänderungen beim Erreichen der Klimaziele? Ist ein klimaneutrales Europa möglich? Und mit welchen Folgen müssen wir rechnen, wenn wir jetzt nicht handeln? Das sind die Fragen der Berliner Schülerinnen und Schüler der #FridaysForFuture-Bewegung. Am 20. September werden in 450 Orten des Landes Menschen für einen besseren Klimaschutz auf die Straße gehen. Für denselben Tag hat das Klimakabinett ein Paket angekündigt, mit dem Deutschland zeigen will, wie es die international vereinbarten Klimaziele bis 2030 doch noch einhalten kann. Am 23. September beginnt der UN-Klimagipfel in New York, zu dem auch Klimaaktivistin Greta Thunberg erwartet wird.

FFF 29.3.2019 10Fridays fo Future Demonstration im März 2019 in Berlin | Foto: Daniela von Treuenfels

„Ich kann gut verstehen, warum die Kinder und Jugendlichen auf die Straße gehen“, erklärt der Klimaphysiker Carl-Friedrich Schleussner von der Humboldt-Universität. „Als Folge der aktuellen, unzureichenden Klimaschutzanstrengungen wird ein heute 16-jähriger im Durchschnitt über die Hälfte seines Lebens in einer Welt mit mehr als 1,5 Grad Celsius Erderwärmung zubringen, möglicherweise sind es sogar mehr als zwei Grad Celsius. Das heißt, die Kinder und Jugendlichen werden künftig mit Klimafolgen zu kämpfen haben, die ein heute 60-jähriger Entscheidungsträger kaum noch erleben wird.“

"Es ist vor allem die junge Generation, der wir die große Aufmerksamkeit für den Klimaschutz zu verdanken haben und die jetzt von Politik und Gesellschaft eine klare Kehrtwende fordert", so der Klimaphysiker, der in engem Austausch mit den Berliner Schülerinnen und Schüler der #FridaysForFuture-Bewegung steht. Denn für sie veranstaltet er im kommenden Wintersemester bereits zum zweiten Mal eine eigene Klimavorlesungsreihe. Unter dem Titel Humboldt for Future stellen Expertinnen und Experten aktuelle Forschungsergebnisse vor.

Drei prominente Köpfe haben Carl-Friedrich Schleussner für seine Vorlesungsreihe zugesagt: Die Physikerin Dr. Brigitte Knopf ist nicht nur Generalsekretärin des Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC), sondern hat als Mitglied der wissenschaftlichen Beratergruppe der Vereinten Nationen auch den bevorstehenden UN-Klimaaktionsgipfel in New York mit vorbereitet. Dr. Alexander Popp, Leiter der Landnutzungsmanagement-Arbeitsgruppe am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) und Leitautor des Weltklimaratberichtes zu Landnutzung und Klimawandel. Und der Meeresbiologe Prof. Hans-Otto Pörtner vom Alfred-Wegener-Institut (AWI) leitet als Ko-Vorsitzender die Arbeitsgruppe des Weltklimarats, die sich mit den Risiken und Folgen des Klimawandels sowie mit den Möglichkeiten zur Anpassung an den Klimawandel beschäftigt.
Carl-Friedrich Schleussner selbst ist Forschungsgruppenleiter am Integrativen Forschungsinstitut zu Transformationen von Mensch-Umwelt-Systemen (IRI THESys) an der HU und arbeitet gleichzeitig am gemeinnützigen Institut Climate Analytics.

Zur Vorlesungsreihe sind Schülerinnen und Schüler eingeladen, sowie alle Menschen mit Interesse an mehr Nachhaltigkeit.

Termine

Mittwoch, 09. Oktober 2019, voraussichtlich 18-20 Uhr
Dr. Brigitte Knopf (MCC Berlin): CO2-Bepreisung in Deutschland – haben wir jetzt den Durchbruch?
Humboldt-Universität zu Berlin, Unter den Linden 6, 10117 Berlin, Hörsaal 2097

Mittwoch, 23. Oktober 2019, 18-20 Uhr
Dr. Alexander Popp (PIK): Der IPCC-Sonderbericht über Klimawandel und Landsysteme
Humboldt-Universität zu Berlin, Unter den Linden 6, 10117 Berlin, Hörsaal 2097

Freitag, 08. November 2019, 14-16 Uhr
Prof. Dr. Hans-Otto Pörtner (AWI): Ozean und Eisgebiete im Klimawandel - Einblicke in den IPCC Sonderbericht
Humboldt-Universität zu Berlin, Unter den Linden 6, 10117 Berlin, Hörsaal 1072

 

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