Schulnoten gibt es seit 1717. Sind sie noch zeitgemäß? Oder behindern sie eher den Lernprozess der Schüler? Diese Frage geht die WDR-Sendung "Planet Wissen" nach.

Zwei Lehrer kommen hier im Gespräch mit der Moderatorin ausführlich zu Wort. Der eine unterrichtet in der Laborschule Bielefeld, dort gibt es bis zum Abitur keine Noten. Der andere arbeitet an einem Gymnasium in Bayern, er muss Noten geben, könnte sich aber auch andere Formen der Leistungsrückmeldung vorstellen.

In Einspielern kommt auch Josef Kraus, ehemaliger Präsident des Lehrerverbandes, zu Wort. Auch die Vorsitzende des Elternvereins NRW spricht sich für Noten aus. Andere Beiträge stellen die Objektivität der Noten in Frage, das Konzept der nordrhein-westfälischen Primus-Schulen wird vorgestellt. Christina Reiss, Dekanin des Münchner Lehrerbildungszentrums und Leiterin der Pisa-Studie, sieht in Noten nichts grundsätzlich Schlechtes: sie könnten Schüler auch motivieren und sogar deren Leistung steigern.

Ist die Diskussion um Noten womöglich eine Scheindebatte? Das legen zumindest die Erkenntnisse des Bildungsforschers John Hattie nahe. Entscheidend für den Lernerfolg der Schüler, so Hattie, ist der Lehrer. Der Wissenschaftler sagt, Pädagogen müssten sich ihrer Wirkung bewusst sein. Wichtig sei, wie Lehrer denken. "Sie müssen permanent die Schüler aktivieren und prüfen, ob sie damit erfolgreich sind". Egal sei dabei, ob das im offenen Unterricht stattfinde oder ob klassisch frontal unterrichtet wird.

Feedback sei dabei wichtig, und er meint damit die Rückmeldung der Schüler an die Lehrer. Möglicherweise liegt hier der Schlüssel zum Kulturwandel. Denn kein Lehrer möchte von seinen Schülern benotet werden...

Wie sinnvoll sind Schulnoten?

59 Min., Verfügbar bis 18.01.2023
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